Jeder Tag ist Sprachlerntag

Alltagsbasierte Sprachbildung als Fundament für eine gelungene Sprachentwicklung

Sprache als „Basiswerkzeug“ für Bildung

  • Sprache ist das grundlegende „Werkzeug“ oder der Schlüssel, den Kinder benötigen, um sich weitere Fähigkeiten anzueignen
  • Sprache stellt für den Erwerb verschiedener Bildungsbereiche weniger einen zusätzlichen Bereich dar, sie bildet eher eine Grundlage für weitere Entwicklungsschritte

 Die kindliche Sprachentwicklung:

  • Lautsprache verstehen (Sprachverständnis: Wort – und Satzverständnis)
  • Lautsprache produzieren (Sprachproduktion: Wort – und Satzproduktion)
  • Verständigung ohne Worte (Nonverbale Kommunikation: Mimik und Gestik, Körperhaltung, Berührung, Augenkontakt)
  • Lautsprache in zusammenhängenden Gesprächen verstehen  (Sprachliches Handeln)
  • (Entstehender) Schriftspracherwerb (Literacy: Sprache lesen und schreiben lernen)

Der innere Antrieb

Kinder bringen zwei grundlegende Erfahrungen  und somit auch Erwartungshaltungen mit auf die Welt:

  1. Grunderfahrung
    • Verbunden sein    (Ersterfahrung: im Mutterleib)
      • Das Kind möchte dazugehören
    • Bindung und Beziehung
      • Kinder brauchen einen sicheren Hafen, eine Bindung aus der sie Sicherheit und Orientierung schöpfen können
      • Wenn das Kind die Sicherheit hat:
        • dass es so wie es ist, richtig ist …
        • es sich angenommen und aufgehoben fühlt …
        • ihm etwas zugetraut wird …
        • Dann kann die angeborene Offenheit, Entdeckerfreude und Begeisterung für Sprache und das Lernen im Allgemeinen erhalten und weiterentwickelt werden
  2. Grunderfahrung
    • Das Kind ist in dieser Verbundenheit ein Stück über sich hinausgewachsen
      • Das Kind möchte Gelegenheiten und Aufgaben finden, an denen es wachsen kann

Dem Weg des Kindes folgen

„In Zeiten des Wandels werden die Lernenden die Welt erobern, während die Belehrten sich wunderbar an eine Welt angepasst haben, die es dann nicht mehr gibt“ (Erich Hoffer)

  • Kinder werfen eigene Fragen auf und versuchen Lösungen zu finden
  • Sich auf einen entdeckenden Lernprozess der Kinder einzulassen, bedeutet sie zu beobachten, mit ihnen in den Dialog zu treten um heraus zu finden was die Kinder bewegt
  • So werden Potenziale und Möglichkeiten der Kinder wahrgenommen und einbezogen, die sie weiterentwickeln können und letztendlich stark machen für das Leben

 Alltagsbasierte Sprachbildung

 „Sprachkompetenz erwerben Kinder am erfolgreichsten im Zusammenhang mit Handlungen, die für sie selbst Sinn ergeben.“

Interesse an Kommunikation und sozialem Austausch: Kinder haben von Geburt an den natürlichen Drang, sich mitzuteilen und auch Informationen von anderen Personen zu erhalten.

Kinder nutzen Sprache um:

  • in Beziehung zu treten
  • ein Ziel zu erreichen
  • eine Situation zu erklären
  • von einem aufregenden Erlebnis zu erzählen
  • v.m.

Isolierte Sprachförderprogramme haben meist nur geringe Effekte auf die kindliche Sprachentwicklung.

Ziel sollte deshalb eine alltagsbasierte Sprachbildung sein. Die natürlichen Spracherwerbsmechanismen der Kinder zu nutzen, hat einen wesentlich nachhaltigeren Wert.

Sprachbildung findet in allen Alltagssituationen statt und hat dann einen konkreteren Bezug zur Lebenswelt und zum individuellen Interesse des Kindes.


Da ist Sprache im Spiel

„Das Spiel ist der Beruf jedes Kindes!“   (Armin Krenz)

Das sagt schon viel über die Qualität von kindlichem Spiel aus. Es ist die Hauptbeschäftigung eines jeden Kindes und es erwirbt spielend, vielfältige Sprachkompetenzen.

Das Spiel ist ein Selbsterfahrungsfeld und Bildungsmittelpunkt für Kinder

  • Spielen ist lernen ! Lernen ist spielen !
  • Im Spiel lernen Kinder in Beziehung zu treten, sie probieren sich aus, entwickeln körperliche Fähigkeiten
  • Das Spiel ist von entscheidender Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung
  • Kinder gewinnen auf diese Art und Weise Erkenntnisse und entwickeln Sichtweisen bzw. Einstellungen, entdecken neue Facetten ihrer Talente, bauen durch Versuch und Irrtum unterschiedliche Fähigkeiten auf
  • Erlebnisse, Erfahrungen und Eindrücke werden im Spiel verarbeitet
  • v.m. 

Spielzeug Zeug zum Spielen

Das kindliche Spiel besteht u.a. aus Interaktionen mit anderen Personen aber auch aus dem Umgang mit vielfältigen Gegenständen. Diese Objekte werden in das Spiel miteinbezogen. Sie werden erforscht, ausprobiert, umfunktioniert und bieten unentwegt Anlass, sich sprachlich zu betätigen.

Formen von Spielmaterial:

  • Magisches Spielmaterial (es leuchtet, es spricht, es bewegt sich)
  • Didaktisches Spielmaterial (nach Regeln und Vorgaben)
  • Offenes Spielmaterial (selbsttätig erfahrbar, alltagsbasiert, freie Gestaltungsmöglichkeiten)
    • Es lädt Kinder zum Entdecken und Experimentieren ein
    • Phantasie und Kreativität werden intensiv angeregt
    • Es bietet nachhaltige Erfahrungs – und Lernebenen, da es viel Raum für die Selbstbildung von Kindern lässt