Spatzen-Gruppe

Die Spatzengruppe ist eine altersübergreifende Gruppe und besteht aus 21 Kindern im Alter von 2 – 6 Jahren.

Kinder brauchen Kinder
Die altersübergreifende Gruppe, ein gelungenes Modell im Kindergarten St. Maria Goretti

Die altersübergreifende Gruppe ist  im Kindergarten St. Maria Goretti nicht mehr weg zu denken. „Weil Kinder andere Kinder brauchen, um sich zu entwickeln“, auf diese einfache Formel fasst die Kindergartenleiterin Astrid Raffel das gelungene Modell zusammen und erläutert weiter: „Wir gehen immer davon aus, dass die Erwachsenen den Kindern etwas beibringen. Das stimmt aber im Grunde genommen gar nicht. Die Erwachsenen funktionieren zwar als Vorbilder; aber das Verinnerlichen und Einüben von Fähigkeiten erlernen Kinder mit anderen Kindern. Studien zeigen, dass Kinder, die in den ersten fünf Lebensjahren nur in Kleinfamilien aufwachsen, sprachlich und sozial nicht so weit entwickelt sind wie Kinder, die in einer Gemeinschaft mit anderen Kindern groß werden.“

Die Erfahrung zeigt: die altersübergreifende Gruppe beeinflusst das Lern- und Sozialverhalten positiv und ist für alle ein Gewinn. Die Altersmischung ist heute wichtiger denn je, wo größere Geschwisterreihen in der Familie eher seltener werden, sind die Eltern auf den Kindergarten angewiesen. Dabei geht es nicht um die Betreuung des Kindes, sondern um die Entwicklungsförderung durch andere Kinder und eine kindergerechte Umgebung. Im Alter zwischen zwei und fünf Jahren sollten das etwa drei Stunden täglich sein. „Erwachsene allein können die fehlenden Kinder nicht ersetzen, auch wenn sie noch so toll mit dem Kind spielen und auf es eingehen“, so Astrid Raffel.

Kinder ahmen einander nach, sie lernen leicht voneinander, weil sie sich in ihrer Entwicklung und Wahrnehmung nah sind. Eltern und andere Erwachsene dagegen können alles besser, „das kann die Kinder manchmal ganz schön entmutigen – vor allem wenn man erst knapp zwei Jahre alt ist“, wissen die Erzieherinnen der Spatzengruppe zu berichten. Von älteren Kindern aber bekommen die Jüngeren Anregungen, die sie auch bewältigen können. Gleichzeitig darf sich das große Kind im bewundernden Blick des Kleinen sonnen, fühlt sich bestätigt und entwickelt so selbst Freude daran anderen zu helfen oder ihnen etwas zu erklären.

„Unsere Kinder verhandeln auf Augenhöhe, keiner hat mehr Recht als der andere. Jeder muss seine Wünsche vertreten aber auch mal zurückstecken, damit das Spiel weitergehen kann“, schildern die Pädagoginnen ihre Beobachtungen in der Gruppe.

Der familiäre Charakter der Gruppe setzt sich auch bei den Eltern fort. Gerne bringen sie sich und ihre Fähigkeiten in den Kindergarten ein. Sei es, dass eine Mutter zum Backen vorbeikommt oder ein selbstgebautes Vogelhaus vor dem Gruppenfenster aufgehängt wird, um mit den Kindern die Vögel beobachten zu können.

Die Anmeldungszahlen für die altersübergreifende Gruppe zeigen, dass die Eltern sich für ihre Kinder diese Erfahrungen zunehmend wünschen.